Wieso sich Stress so negativ auf den Charakter auswirken kann

Warum macht Stress so unsympathisch? (Bildquelle: © rangizzz - Fotolia.com)

In seiner Frühgeschichte durchlief der Mensch eine sehr gefährliche Phase, in der er ständiger Bedrohung durch hungrige Raubtiere und feindliche Stämme ausgesetzt war. Er musste sich in Ernstfällen entweder verteidigen oder fliehen können – auch, wenn er in der vorherigen Sekunde noch vollkommen gelassen war.

Stress ist eine Ausnahmereaktion des Körpers, die diese beeindruckende Leistung ermöglicht. Die Betonung liegt auf der Ausnahme. Denn der Stress, den fast jeder Mensch heute rund um die Uhr hat, ist von der Natur nicht vorgesehen und kann sich entsprechend negativ auf den Menschen auswirken.

Was ist Stress?

In einer herausfordernden, vermeintlich gefährlichen Situation produziert der Körper Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol, die ihn dazu befähigen sollen, sich zu verteidigen oder zu fliehen, um sein Leben zu retten. Bis diese Hormone wieder ein normales Level erreichen, vergeht einige Zeit, in der sie in unserem Alltag aber meist schon wieder durch die nächste Stresssituation nachproduziert worden. Gestresste Menschen verändern durch die Wirkung der Stresshormone zumindest vorübergehend ihren Charakter, können gar cholerisch werden. Sie sind leicht reizbar, reagieren schnell über und verteidigen sich vielleicht ein bisschen zu übereifrig, wenn auch nur noch verbal. Die Auswirkungen von Stress sowie die individuelle Stressresistenz sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Doch wenn die steuernden Hormone gar nicht mehr abgebaut werden, dann werden auch die charakterlichen Veränderungen zur dauerhaften Angelegenheit.

Stress erkennen

Gestresste Menschen entwickeln mit der Zeit eine gewisse Resistenz gegen ihre Reaktion auf den Alltag. Zu Beginn werden sie mit Sicherheit noch bemerken und wissen, dass der Alltag oder eine bestimmte Situation sie stresst. Mit der Zeit wird das zwar nicht weniger, sie gewöhnen sich nur an diesen neuen Zustand des Dauerstresses. Charakterliche Veränderungen, etwa vermehrte Gereiztheit, fallen den Betroffenen am Anfang noch auf, langfristig tritt aber auch in dieser Hinsicht der Gewöhnungseffekt ein. Stress wird deswegen vor allem vom Umfeld erkannt – mit allen charakterlichen Veränderungen, die er mit sich bringt. Es kann dann aber schon sehr schwer sein, den gestressten Mitmenschen darauf hinzuweisen, da ein gestresster Charakter meist auf Kritik besonders ablehnend reagiert. Hilfreich ist dann gezielte Entspannung, um einen Augenblick zu schaffen, in dem der Betroffene zumindest gelassener ist als sonst und damit auch offen für gut gemeinte Ratschläge.

Bildquelle:
© rangizzz – Fotolia.com

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *